Camping. Elektro. ID. Buzz.
Okay – damit hatte der CARAVAN SALON 2026 in Düsseldorf unsere Aufmerksamkeit eigentlich schon sicher.
Also ging es für uns am 28. August nach Düsseldorf. Und natürlich stand ein Fahrzeug ganz oben auf unserer Liste:
der neue ID. California Cruise.
Volkswagen Nutzfahrzeuge hatte zur Weltpremiere geladen – und damit erstmals ganz offiziell einen California auf Basis des vollelektrischen ID. Buzz präsentiert. An dieser Stelle nochmal ein riesiges Dankeschön für den mega herzlichen Empfang vor Ort und die großartige Gastfreundschaft.

Aber: Wer jetzt einen ID. Buzz mit riesigem Aufstelldach, Küchenzeile, Schränken und kompletter Mini-Wohnung erwartet hat, wurde erst einmal überrascht.
Denn Volkswagen geht beim ersten elektrischen California einen etwas anderen Weg.
ID. California Cruise – California geht elektrisch
Seit der ID. Buzz auf dem Markt ist, gibt es eigentlich eine Frage, die immer wieder auftaucht:
Wann kommt endlich ein elektrischer California?
Jetzt gibt es die erste Antwort darauf.
Der ID. California Cruise basiert auf dem ID. Buzz Pro und wird sowohl mit kurzem als auch mit langem Radstand angeboten. Damit stehen 4,71 oder 4,96 Meter Fahrzeuglänge zur Wahl.
Und Volkswagen macht beim ersten Modell bewusst nicht den Fehler, möglichst viel Campingausstattung in den Buzz zu quetschen.
Der Cruise ist eher der elektrische Minimalist innerhalb der zukünftigen California-Familie.
Oder anders gesagt:
ID. Buzz. Bett rein. Strom dabei. Losfahren.
Und irgendwie passt genau das ziemlich gut zum Fahrzeug.

Schlafen statt Schrankwand
Im Innenraum gibt es ein integriertes Schlafsystem für zwei Personen.
Die Liegefläche misst 2,03 x 1,20 Meter, darauf liegt eine neu entwickelte neun Zentimeter dicke Komfort-Klappmatratze.
Dazu kommen Verdunkelungen für sämtliche Scheiben sowie Lüftungsgitter für die vorderen Seitenfenster.
Zwei Campingstühle und ein Campingtisch sind ebenfalls dabei und können im Fahrzeug verstaut werden.
Eine fest eingebaute Küche?
Fehlanzeige.
Ein klassisches California-Aufstelldach?
Ebenfalls nicht.
Und genau an diesem Punkt dürften sich beim Caravan Salon die Geister scheiden.
Wer einen elektrischen California Ocean erwartet hat, wird beim Cruise vermutlich noch nicht komplett abgeholt. Wer dagegen einen ID. Buzz sucht, der im Alltag ganz normal funktioniert und am Wochenende innerhalb weniger Minuten zum Camper wird, dürfte das Konzept ziemlich interessant finden.

Der vielleicht coolste Teil: California-Modus
Richtig interessant wird es beim Thema Elektrik.
Volkswagen integriert einen speziellen California-Modus in das Fahrzeug.
Damit können beim Campen unter anderem Innenraumbeleuchtung, USB-Anschlüsse und die Klimatisierung weiter genutzt werden, obwohl der ID. Buzz längst geparkt ist.
Je nach Bedingungen kann das System den Innenraum sogar bis zu 48 Stunden heizen oder kühlen.
Wer schon einmal bei 30 Grad versucht hat, in einem Camper zu schlafen, dürfte spätestens jetzt hellhörig werden.
Und dann wäre da noch ein Feature, das unserer Meinung nach perfekt zu einem elektrischen Camper passt:

Der ID. Buzz wird zur Powerbank
Der ID. California Cruise bekommt serienmäßig den PowerSocket-Adapter mit Vehicle-to-Load-Funktion – kurz V2L.
Damit kann die Hochvoltbatterie des ID. Buzz externe Verbraucher mit Strom versorgen.
Bis zu 2.000 Watt Dauerleistung und 3,6 kW Spitzenleistung stehen zur Verfügung.
Kaffeemaschine? Läuft.
Wasserkocher? Läuft.
Kühlbox? Natürlich.
E-Bikes laden? Ebenfalls möglich.
Und wer sich seine mobile Outdoor-Küche selbst zusammenstellt, kann auch die entsprechend elektrisch betreiben.
Genau hier zeigt sich für uns ziemlich deutlich, warum Elektromobilität und Camping eigentlich verdammt gut zusammenpassen.
Man fährt schließlich einen ziemlich großen Akku spazieren.
Warum sollte man den auf dem Campingplatz nicht auch nutzen?

Der Cruise ist erst der Anfang
Fast noch spannender als das Fahrzeug selbst ist deshalb die Ankündigung dahinter.
Der ID. California Cruise soll nicht der eine elektrische California bleiben.
Volkswagen Nutzfahrzeuge kündigt eine komplette neue Familie vollelektrischer California-Modelle an, die in den kommenden Jahren schrittweise erweitert werden soll.
Bis 2028 sollen weitere Varianten folgen.
Der Cruise ist also eher Kapitel 1 als das fertige Buch.
Und genau deshalb schauen wir ziemlich gespannt darauf, was Volkswagen Nutzfahrzeuge aus dem Thema noch macht.
Denn dass im ID. Buzz deutlich mehr Camper steckt, zeigen andere Hersteller auf dem Caravan Salon schon heute ziemlich eindrucksvoll.
Die anderen können’s nämlich auch: ID. Buzz Camper auf dem Caravan Salon
Rund um den ID. Buzz hat sich mittlerweile eine richtig interessante Camper-Szene entwickelt.
Und drei Namen sind uns dabei besonders aufgefallen:
Ventje. Tonke. Outbase.
Drei Unternehmen, drei ziemlich unterschiedliche Ideen – aber alle mit derselben Basis:
ID. Buzz. Camping. Und ziemlich viel Lust auf elektrische Freiheit.
Ventje eVentje – das Wohnzimmer auf Rädern

Beim eVentje merkt man ziemlich schnell, dass hier nicht einfach ein paar Campingmöbel in einen ID. Buzz geschraubt wurden.
Ventje hat ein extrem variables Innenraumkonzept entwickelt.
Aus dem Innenraum wird je nach Bedarf Lounge, Esszimmer oder Schlafzimmer. Die Sitzgruppe lässt sich zu einem 2,00 x 1,40 Meter großen Doppelbett umbauen.
Und dann kommt eines unserer Lieblingsdetails:
die Küche.
Die sitzt im Heck und kann sowohl von innen als auch von außen benutzt werden.
Induktionskochfeld, Spüle und Kühlschrank sind entsprechend angeordnet – bei Sonne wird draußen gekocht, bei norddeutschem Campingwetter eben drinnen.
Dazu gibt es ein clever integriertes Outdoor-Set mit Tisch und Sitzmöglichkeiten.
Noch eine Etage höher?
Geht ebenfalls.
Das eVentje ist mit einem Aufstelldach erhältlich, das zusätzliche Stehhöhe und einen weiteren Schlafplatz schafft. Ein Solarpanel auf dem Dach sorgt zusätzlich für Energie.
Beim Thema Nachhaltigkeit geht Ventje noch einen Schritt weiter und setzt unter anderem auf FSC-zertifiziertes Holz, Schafwolle und weitere möglichst nachhaltige Materialien.
Dass das Konzept funktioniert, bestätigen mittlerweile auch einige Preise: Das eVentje wurde unter anderem mit dem Red Dot Design Award sowie einem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.
Je nach Konfiguration nennt Ventje für den ID. Buzz bis zu 460 Kilometer WLTP-Reichweite, etwa 400 Kilometer Praxisreichweite und 10–80 Prozent Schnellladen in rund 26 Minuten.
Preislich startet der komplette eVentje inklusive ID. Buzz laut Ventje bei rund 95.000 Euro.
Nicht günstig.
Aber definitiv ziemlich clever.
Tonke ID. Buzz – jetzt wird’s richtig Camper
Wenn Ventje das mobile Wohnzimmer ist, dann geht Tonke noch einen Schritt stärker in Richtung klassischer Camper.

Als Basis dient unter anderem der lange ID. Buzz mit 4,95 Metern Länge.
Und genau die zusätzlichen 25 Zentimeter machen beim Camping einen ziemlich großen Unterschied.
Tonke bietet seinen ID. Buzz in den Varianten Trail und Explorer an.
Je nach Version gibt es unter anderem eine zum Bett umklappbare Sitzbank, Induktionskochfeld mit zwei Kochzonen, einen integrierten 35-Liter-Kompressorkühlschrank und eine Küche, die ebenfalls draußen genutzt werden kann.
Das große Highlight sitzt allerdings auf dem Dach.
Ein ID. Buzz mit richtigem Aufstelldach
Tonke hat speziell für den langen ID. Buzz ein eigenes Aufstelldach entwickelt.
Das Dach öffnet sich seitlich und bietet oben eine Liegefläche von 1,35 x 2,10 Meter.
Damit wird aus dem Buzz endgültig ein ziemlich ernstzunehmender Camper.
Unten sind – abhängig von der Konfiguration – sogar bis zu 1,50 x 2,00 Meter Liegefläche möglich.
Tonke nennt für den langen ID. Buzz eine praktische Reichweite von bis zu 425 Kilometern und setzt auf die große Batterie.
Besonders interessant finden wir aber auch hier die Flexibilität.
Unter der Woche Familienauto.
Am Wochenende Fahrräder rein.
Oder Küche, Bett und Campingzeug an Bord und einfach verschwinden.
Genau so sollte ein moderner Camper unserer Meinung nach funktionieren.
Der Buzz Trail startet laut Tonke aktuell bei rund 79.444 Euro inklusive Mehrwertsteuer, der umfangreicher ausgestattete Buzz Explorer bei rund 97.294 Euro.
Outbase ID. Buzz – elektrisch und richtig konsequent

Und dann wäre da noch Outbase aus Utrecht.
Die Niederländer haben sich ziemlich klar festgelegt:
Camper ja. Verbrenner nein.
Outbase baut ausschließlich elektrische Campervans und bietet aktuell zwei unterschiedliche ID.-Buzz-Konzepte an.
Den Outbase Flow als leichteren und flexibleren Travel-Van und den Outbase Delta als vollwertigeren Camper.
Und besonders der Delta zeigt ziemlich eindrucksvoll, was man aus einem ID. Buzz herausholen kann.
Vier zugelassene Sitzplätze, Isofix, drehbare Vordersitze und bis zu vier Schlafplätze stehen auf der Liste.
Dazu kommen eine Innen- und Außenküche, eine 30-Liter-Kühlschublade, ein autarkes Stromsystem und ein 400-Wp-Solarmodul.
Und Stauraum?
Davon gibt es reichlich.
Outbase spricht beim Delta von bis zu 1.000 Litern Stauraum im Wohnbereich plus 400 Litern im Heck.
Nicht schlecht für einen Camper, dessen Basis immer noch ein ID. Buzz ist.
ID. Buzz Cargo als leere Leinwand
Spannend ist auch die Basis.
Für den Delta verwendet Outbase bewusst einen neuen ID. Buzz Cargo.
Warum?
Weil man damit praktisch bei null anfangen kann.
Keine bereits fertige Pkw-Innenausstattung, um die herum gebaut werden muss. Stattdessen kann Outbase Dämmung, Elektrik, Möbel und Stauräume von Anfang an exakt auf die Camper-Nutzung auslegen.
Der Delta bekommt deshalb unter anderem eine umfangreiche Isolierung und ein eigenes Off-Grid-Stromsystem.
Outbase nennt mit der aktuellen 79-kWh-Batterie mehr als 400 Kilometer reale Reichweite unter normalen Bedingungen. Bei entspannter Fahrweise sollen sogar bis zu 500 Kilometer möglich sein.
Auf längeren Reisen kalkuliert Outbase mit etwa 250 bis 300 Kilometern zwischen den Ladestopps und rund 25 Minuten Ladepause.
Klingt irgendwie verdächtig nach:
Kaffee trinken, Beine vertreten, weiterfahren.
Also eigentlich ziemlich genau nach unserer Art zu reisen.
Unser Fazit: Der ID. Buzz will campen!
Was nehmen wir vom CARAVAN SALON 2026 mit?
Vor allem eines:
Der ID. Buzz und Camping gehören einfach zusammen.
Volkswagen Nutzfahrzeuge macht mit dem ID. California Cruise jetzt endlich den ersten offiziellen Schritt.
Der Cruise ist dabei bewusst kein voll ausgestatteter California Ocean mit Elektroantrieb. Er ist einfacher, leichter und flexibler.
Und vielleicht ist genau das im Moment auch der richtige Ansatz.
Denn gleichzeitig zeigen Ventje, Tonke und Outbase ziemlich eindrucksvoll, was darüber hinaus bereits heute möglich ist.
Vom flexiblen Wochenend-Camper über das rollende Wohnzimmer bis zum ziemlich komplett ausgestatteten elektrischen Reisemobil ist mittlerweile fast alles dabei.
Und wenn Volkswagen tatsächlich bis 2028 eine komplette elektrische California-Familie aufbaut, dürfte das Thema in den nächsten zwei Jahren noch richtig spannend werden.
Wir würden jedenfalls sagen:
Die elektrische Camper-Saison ist offiziell eröffnet. ⚡️🏕️
Und der ID. Buzz?
Der hat offensichtlich ziemlich große Lust auf Urlaub.
#IDcommunity






















