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Ein Volkswagen, der einfach wieder Volkswagen ist.

Manchmal braucht es gar keine riesige Studie, keinen 800-seitigen Konzernreport und auch kein futuristisches Showcar.

Manchmal braucht es einfach jemanden, der sagt:

„Warum bauen wir nicht wieder ein Auto, das einfach ein verdammt gutes Auto ist?“

Genau deshalb sind wir bei der ID. Community über eine Konzeptstudie von Markus Kremer (IT-Consulting) gestolpert – und ziemlich schnell hängen geblieben.

Seine Idee: ein moderner, elektrischer Polo 86C. Klein. Leicht. Praktisch. Bezahlbar. Kein SUV, kein rollendes Wohnzimmer und kein Smartphone auf vier Rädern.

Sondern ein Auto. Und zwar eines, das nicht nur für den ersten Besitzer gedacht ist.

Sondern für den zweiten. Für den dritten. Vielleicht sogar für den vierten

Und jetzt kommt der vielleicht beste Teil: Markus fährt tatsächlich noch so einen Polo. Baujahr 1987. Voll restauriert. Und nicht nur sonntags bei Sonnenschein aus der Garage – sondern ganz normal im Alltag.

Das ist dann auch die ziemlich gute Antwort auf die Frage: „Warum macht sich da überhaupt jemand Gedanken über so ein Auto?“

Ganz einfach: Weil er ziemlich genau weiß, wovon er da spricht.

Er fährt das Ding. Heute. Im echten Leben. Und offensichtlich funktioniert es noch ziemlich gut.

Vielleicht ist das also gar keine nostalgische Spinnerei, sondern eher die Frage: Was wäre, wenn wir die guten Eigenschaften von damals nehmen – und daraus ein Auto für morgen bauen?

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Der spannende Teil steckt unter dem Blech

Optisch darf man bei dem Konzept natürlich sofort nostalgisch werden. Polo 86C, Steilheck, große Scheiben, runde Scheinwerfer – klar, da werden Erinnerungen wach.

Aber eigentlich ist das gar nicht der Punkt.

Der wirklich spannende Gedanke steckt in der Konstruktion.

Wie wäre es, wenn ein Auto von Anfang an darauf ausgelegt wäre, 20 Jahre lang genutzt, repariert und weitergegeben zu werden?

Nicht „hoffentlich hält es so lange“.

Sondern:

Wir bauen es bewusst so.

20 Jahre Ersatzteilverfügbarkeit.

Reparaturen, die nicht zum wirtschaftlichen Totalschaden werden.

Bauteile, die mit normalem Werkzeug erreichbar sind.

Keine unnötigen Codierungen.

Ein modularer Akku.

Verschraubte statt verklebte Bauteile.

Normteile, wo es sinnvoll ist.

Und vor allem: Technik, die nicht irgendwann einfach deshalb unbrauchbar wird, weil irgendwo ein Server abgeschaltet oder ein Steuergerät nicht mehr produziert wird.

Das klingt erstaunlich unspektakulär.

Und genau das finden wir ziemlich gut.

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Denn „nachhaltig“ bedeutet nicht nur elektrisch

Natürlich ist ein Elektroantrieb ein wichtiger Schritt.

Aber was bringt ein effizientes Elektroauto, wenn es nach acht oder zehn Jahren wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll reparierbar ist?

Was bringt ein Auto mit einer langen Lebensdauer, wenn ein kleines elektronisches Bauteil dafür sorgt, dass plötzlich das komplette Fahrzeug zum Problem wird?

Und was bringt maximale technische Komplexität, wenn niemand mehr weiß, wie man das Ding eigentlich repariert?

Vielleicht müssen wir Nachhaltigkeit beim Auto deshalb ein bisschen weiter denken.

Nicht nur: Wie sauber ist das Auto?

Sondern auch:

Wie lange kann es sinnvoll genutzt werden?

Und:

Wie einfach kann es am Leben gehalten werden?

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Der vielleicht wichtigste Satz

Besonders gut gefällt uns deshalb ein Gedanke aus der Konzeptstudie:

– „Ein Volkswagen wird erst dann zum Volkswagen, wenn er auch als Gebrauchtwagen noch ein gutes Auto ist.

Das trifft aus unserer Sicht einen ziemlich wichtigen Punkt.

Denn Volkswagen war einmal ganz wesentlich die Idee vom Auto für viele.

Ein Auto, das man sich leisten konnte.

Ein Auto, das funktioniert.

Ein Auto, das Familie, Arbeit, Urlaub, Einkauf und Alltag mitmacht.

Und ein Auto, das man irgendwann gebraucht kaufen konnte, ohne Angst haben zu müssen, dass die nächste Reparatur den kompletten wirtschaftlichen Sinn des Fahrzeugs infrage stellt.

Vielleicht ist genau das eine Idee, über die die Automobilindustrie wieder viel stärker nachdenken sollte.

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Und jetzt wird’s interessant

Natürlich kann man über das konkrete Konzept diskutieren.

Über den Preis.

Über die Batterie.

Über Regulierung.

Über Assistenzsysteme.

Über Software.

Über die wirtschaftliche Machbarkeit.

Und ja: Die Realität ist kompliziert.

Aber vielleicht muss man gar nicht jede einzelne Zahl dieses Entwurfs für richtig halten.

Die spannende Frage ist eine andere:

Warum bauen wir solche Autos eigentlich nicht?

Warum muss ein kleines Auto heute zwangsläufig immer größer, schwerer, komplexer und teurer werden?

Warum wird Reparierbarkeit so selten zu einem echten Entwicklungsziel?

Warum denken wir beim Neuwagen so oft an die nächsten drei Jahre – und so selten an den Menschen, der ihn in zehn oder zwölf Jahren gebraucht kauft?

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Genau darüber würden wir bei der ID. Community gerne diskutieren.

Denn vielleicht braucht es gar nicht noch mehr Auto.

Vielleicht brauchen wir einfach wieder mehr gute Autos.

Autos, die ihren Zweck erfüllen.

Autos, die man gerne fährt.

Autos, die man reparieren kann.

Autos, die nicht nach ein paar Jahren zum Wegwerfprodukt werden.

Und Autos, bei denen man auch beim dritten Besitzer noch sagen kann:

„Ja. Das war damals eine gute Idee.“

Die Konzeptstudie von Markus ist deshalb für uns weniger ein konkreter Bauplan für den nächsten Volkswagen.

Sie ist vor allem ein ziemlich guter Denkanstoß.

Und vielleicht ist genau das manchmal der Anfang von etwas Neuem.

Was meint ihr?

Wäre so ein einfacher, leichter, reparierbarer und bezahlbarer Elektro-Volkswagen etwas für euch?

Oder ist das romantische Nostalgie – und die Zukunft muss zwangsläufig anders aussehen?

Wir sind gespannt auf eure Meinung.

Hier könnt ihr jetzt die komplette 17-seitige Konzeptstudie durchstöbern. Viel Spaß. (pdf-Download)