Neuer Name, neuer Look: Das ist der neue ID. Tiguan

Weltpremiere für den neuen ID. Tiguan – Bye bye ID.4 & ID.5

ID.4 und ID.5? Das war einmal. Volkswagen sortiert seine elektrische Modellpalette neu – und macht dabei ziemlich genau das, was sich viele schon länger gewünscht haben: bekannte Namen, ein gefälligeres Design und innen endlich wieder mehr „Volkswagen“.

Nach dem ID. Polo folgt jetzt der nächste große Schritt: Der ID. Tiguan ist da.

Und der ersetzt nicht nur den ID.4, sondern gleichzeitig auch den ID.5. Aus zwei wird also eins – und aus einer eher nüchternen Modellbezeichnung wird einer der bekanntesten Namen im Volkswagen-Universum.

Endlich wieder ein Name, den jeder kennt

Die Strategie ist inzwischen ziemlich klar: Volkswagen verabschiedet sich nach und nach von den bisherigen Nummern der ID. Familie und holt seine bekannten Modellnamen ins Elektrozeitalter.

Beim kleinen Stromer wurde aus dem ursprünglich geplanten ID.2 der ID. Polo – jetzt folgt mit dem ID. Tiguan das elektrische Pendant zu einem echten VW-Bestseller.

Und „Bestseller“ ist hier wirklich nicht übertrieben: Seit 2007 wurden mehr als 8,3 Millionen Tiguan verkauft. Damit gehört der Tiguan längst zu den wichtigsten Modellen der Marke.

Entsprechend groß ist die Aufgabe für den elektrischen Neuzugang.

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Optisch? Ein ziemlich großer Schritt nach vorne

Mit rund 4,62 Metern Länge bleibt der neue ID. Tiguan genau dort, wo man ihn erwartet: mitten im SUV-Segment.

Viel wichtiger ist aber, was Volkswagen aus dem Design gemacht hat.

Der neue ID. Tiguan wirkt deutlich erwachsener, aufgeräumter und unserer Meinung nach auch wesentlich gefälliger als ID.4 und ID.5. Weniger „Experiment“, mehr klassischer Volkswagen – nur eben elektrisch.

Und genau dieser Ansatz dürfte bei vielen Kunden ziemlich gut ankommen.

Technisch bleibt vieles bekannt

Unter dem Blech gibt es allerdings weniger Revolution als die neue Optik vermuten lässt.

Der ID. Tiguan basiert weiterhin auf der bekannten MEB-Architektur. Entsprechend vertraut lesen sich auch viele der technischen Eckdaten.

Zum Start soll es unter anderem eine Basisversion mit 140 kW / 190 PS und einer 58-kWh-LFP-Batterie geben.

Darüber rangieren stärkere Varianten mit 210 kW / 286 PS und Hinterradantrieb sowie 220 kW / 299 PS mit Allradantrieb. Hier kommt ein größerer 77-kWh-NMC-Akku zum Einsatz.

Je nach Antrieb und Batterie sollen Reichweiten von ungefähr 450 bis 600 Kilometern möglich sein.

Für die allermeisten Alltags- und Langstreckenfahrten also grundsätzlich eine vernünftige Hausnummer.

Beim Laden hätten wir uns allerdings mehr gewünscht

Und jetzt kommen wir zu dem Punkt, bei dem wir ein kleines Fragezeichen setzen müssen.

Die Basisversion soll am Schnelllader maximal 105 kW schaffen. Bei den größeren Batterievarianten stehen bis zu 165 kW im Raum.

Das funktioniert natürlich – und am Ende ist ohnehin die komplette Ladekurve wichtiger als irgendein kurzer Peak.

Trotzdem: In Zeiten, in denen immer mehr Wettbewerber mit 800-Volt-Technik und deutlich höheren Ladeleistungen antreten, hätten wir uns beim komplett neuen ID. Tiguan hier ehrlich gesagt einen größeren Schritt gewünscht.

Ähnliches gilt für die Höchstgeschwindigkeit von 160 bzw. 180 km/h.

Kein Drama. Aber eben auch kein technisches Ausrufezeichen.

GTI? Oder gar ein echter R? Da dürfte noch einiges kommen

Spannend könnte es dafür am oberen Ende der Baureihe werden.

Eine sportliche ID. Tiguan GTI-Version wäre der logische Nachfolger des bisherigen ID.5 GTX. Leistungen um 250 kW / 340 PS oder mehr wären hier durchaus denkbar.

Und dann wäre da natürlich noch das Thema R.

Ein echter ID. Tiguan R mit mehr als 400 PS? Klingt aktuell noch nach Zukunftsmusik – würde aber hervorragend zu Volkswagens Plänen passen, auch seine sportlichen Markenwelten ins Elektrozeitalter zu übertragen.

Wir würden jedenfalls nicht darauf wetten, dass bei 299 PS Schluss ist.

Unsere IDC-KI hat da schonmal was gebastelt 😉

 

Innen endlich wieder mehr „VW“

Fast noch wichtiger als das Außendesign ist für uns der Innenraum.

Auch hier scheint Volkswagen aus den vergangenen Jahren gelernt zu haben. Der ID. Tiguan wirkt deutlich hochwertiger und wohnlicher als die ersten Generationen von ID.4 und ID.5.

Großes Zentraldisplay, digitale Instrumente, wertigere Oberflächen und – je nach Ausstattung – sogar ein zusätzlicher Bildschirm für den Beifahrer sollen den Innenraum deutlich moderner wirken lassen.

Interessantes Detail: Bei der Darstellung der digitalen Instrumente greift Volkswagen erneut historische Designideen auf.

Hier kann der Fahrer aus sechs verschiedenen Volkswagen Modellen auswählen, die ihm in einer virtuellen Garage angezeigt werden: Golf I, Golf II Country, Golf IV, Tiguan I, Race Touareg und Käfer.

Platz? Kann er weiterhin.

Beim Nutzwert macht Volkswagen keine Experimente.

Das Kofferraumvolumen soll zwischen 534 und 1.577 Litern liegen. Damit bleibt der ID. Tiguan ein ziemlich klassischer Familien-SUV – nur eben mit Elektroantrieb.

Und genau das dürfte letztlich auch seine größte Stärke sein.

Er will nicht mehr unbedingt zeigen, wie „anders“ ein Elektroauto sein kann. Er möchte einfach ein Tiguan sein.

Nur elektrisch.

Gebaut wird der ID. Tiguan in Emden

Während die Verbrenner- und Hybridversionen des Tiguan weiterhin aus Wolfsburg kommen, soll die europäische Elektroversion im Volkswagen-Werk Emden vom Band laufen.

Der Marktstart ist für Anfang 2027 vorgesehen.

Damit wächst die Tiguan-Familie künftig auf eine ziemlich beeindruckende Antriebsauswahl: Benziner, Diesel, Hybrid, Plug-in-Hybrid – und jetzt eben auch vollelektrisch.

Unser erster Eindruck: Genau dieser Schritt war überfällig.

Ganz ehrlich: Wir finden den Ansatz ziemlich spannend.

Nicht unbedingt, weil der ID. Tiguan technisch alles auf links dreht – genau das tut er nämlich nicht.

Sondern weil Volkswagen endlich zwei Welten zusammenbringt, die bisher irgendwie nebeneinander existierten: die bekannte VW-Modellwelt und die elektrische ID. Familie.

Der ID. Tiguan sieht gefälliger aus, wirkt innen hochwertiger und trägt einen Namen, mit dem praktisch jeder etwas anfangen kann.

Bei Ladeleistung und Plattform hätten wir uns allerdings etwas mehr Fortschritt gewünscht. Gerade mit Blick auf die immer stärker werdende Konkurrenz wird Volkswagen hier irgendwann nachlegen müssen.

Trotzdem könnte genau dieser ID. Tiguan für Volkswagen eines der wichtigsten Elektroautos der kommenden Jahre werden.

Denn vielleicht braucht es für den Durchbruch der Elektromobilität gar nicht das nächste futuristische Elektroauto.

Vielleicht braucht es einfach einen Tiguan, der elektrisch fährt.

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